Die Historische Mühle von Sanssouci

Geschichte der Mühle

Der Mühlenstandort der Historischen Mühle ist 6 Jahre älter als das Sommerschloss Sanssouci. 1737 wurde hier mit dem Bau einer Bockwindmühle begonnen. Die hügelige Landschaft eignete sich besonders für Windmühlen-standorte. Mitte des 18. Jahrhunderts hatte Potsdam ca. 15.500 Einwohner und 21 Mühlen. Allein in der unmittelbaren Nähe des Schlosses Sanssouci befanden sich 7 Windmühlen. Die Besitzverhältnisse der Mühle wechselten über die Jahrzehnte mehrfach. Die ursprüngliche Bockwindmühle wurde von Johann Wilhelm Graevenitz errichtet. 1736 stellte er ein Gesuch an den König Friedrich-Wilhelm I., um eine Bockwindmühle bauen zu dürfen und erhielt 1737 die Erlaubnis dazu. Der Mühlenstandort am Bornstedter Höhenzug wurde ihm zugewiesen. Jährlich waren 40 Taler Pacht zu entrichten zuzüglich 10 Taler an das Militär-Waisenhaus, dem das Grundstück gehörte. 1738 nahm die Mühle ihren Betrieb auf. 1753 verkaufte der Müller Graevenitz die Mühle für 800 Taler an den Müller Kalatz. Dieser war nicht besonders erfolgreich und 1764 übernahm Carl-Friedrich Vogel die Mühle. Wie seine Vorgänger überhäufte er König Friedrich II. mit Klagen, bis dieser die Pachtsumme erließ. Das hielt Müller Vogel aber nicht davon ab, die Mühle Müller Hering weiter zu verpachten, bis er sie im Jahre 1786 selbst wieder übernahm.

Mittlerweile befand sich die Bockwindmühle in einem sehr baufälligen Zustand und die Parkbäume hielten immer mehr den Wind ab. Friedrich-Wilhelm II. entschloss sich daher 1791, an gleicher Stelle eine weit höhere Holländermühle für 3.000 Taler errichten zu lassen. Mit dem Neubau wurde der Hofzimmermeister Cornelius Wilhelm van der Bosch beauftragt. Bis in die zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts arbeitete die Mühle unter der Witwe Carl-Friedrich Vogels weiter. 1858 wurde der Mühlenbetrieb endgültig eingestellt. Ab 1861, mittlerweile im Besitz der Krone, war die Historische Mühle von Sanssouci als Museum zu besichtigen. In den letzten Kriegstagen im April 1945 brannte sie ab und wurde erst zwischen 1983 und 1993 wieder aufgebaut.

Die Legende

Die Legende vom Streit zwischen dem Müller von Sanssouci und Friedrich II. war schon im 18. Jahrhundert über das brandenburgische Gebiet hinaus bekannt geworden. Sie besagt, dass den König das ständige Geklapper der nahen Mühle in seiner Sommerresidenz, dem Schloss Sanssouci, gestört haben soll. Er sei daraufhin zum Müller mit der Absicht gegangen, die Mühle zu kaufen. Als der Müller dies ablehnte, entgegnete der König zornig: "Weiß Er denn nicht, dass ich ihm kraft meiner königlichen Macht die Mühle wegnehmen kann, ohne auch nur einen Groschen dafür zu bezahlen?" Der Müller habe daraufhin unerschrocken geantwortet: "Gewiß, Euer Majestät, das könnten Euer Majestät wohl tun, wenn es - mit Verlaub gesagt! - nicht das Kammergericht in Berlin gäbe!" Daraufhin nahm der König von seiner Absicht abstand. Die Legende soll dokumentieren, dass sich Friedrich II., im Unterschied zu seinen absolutistischen Vorgängern, an die Gesetze gebunden fühlte. Tatsächlich fand dieses Gespräch jedoch nie statt. Den König störte die Mühle keineswegs, er war der Meinung, dass sie"... dem Schloß eine Zierde sey". Im Gegenteil, es war der Müller, der beantragte, den Mühlenstandort aufzugeben, da er nicht genug Wind habe. Dies erlaubte ihm der König nicht, die Mühle sollte weiterhin sein Schloss zieren.

Die Mühle heute

Für den Wiederaufbau der Mühle ab 1983 standen nur wenige Unterlagen zur Verfügung. Die Baupläne waren verloren gegangen. Als Vorlage für die Außengestaltung dienten eine Zeichnung des Hochbauamtes von 1935 und viele Fotos. Sie zeigen die Mühle in dem Zustand um 1900. Die neue Innengestaltung mit Betonböden und Wendeltreppe entspricht heute in keinerlei Weise der früheren Form. Die Historische Mühle hat eine Gesamthöhe von 35,45 m. Die Galerie befindet sich in einer Höhe von 10,85 m. Das Flügelkreuz hat einen Durchmesser von 24 m. Die Flügel wiegen zusammen 2 t, die Kappe mit Flügelwelle und Wellkopf 20 t und die Königswelle 5 t. Das Gebäude erstreckt sich über sieben Etagen. In den oberen drei ist die eigentliche Mahlmühle eingerichtet. Sie besteht aus dem Mehlboden, dem darüber liegenden Steinboden und der Kappe. In dieser befindet sich die Übersetzung der Flügel auf die Königswelle, die den Mahlgang und alle weiteren Maschinen antreibt. In der Kappe befindet sich auch die Bremse der Mühle. Die Mühlsteine, mit denen heute das Getreide zerkleinert wird, bestehen aus Sandstein.

Der Mahlvorgang

Er besteht aus mehreren Stufen. Das Korn wird in den Trichter geschüttet. Von dort befördert es der Rüttelschuh nach und nach zwischen die Steine. In diese sind Furchen und Mahlbalken eingeschlagen. Die Mahlbalken zerkleinern (schroten) das Korn, durch die Furchen wird ihm kühlende Luft zugeführt. Das Mahlgut wird in den Furchen nach außen gedrückt und fällt durch ein Laufrohr ein Boden tiefer und gelangt in den Sichter. Aus dem Schrot wird durch Sieben Mehl und Grieß abgetrennt. Die verbleibenden groben Schrotstücke werden anschließend weiter zerkleinert und Mehl sowie Grieß jeweils ausgesiebt. Dieser Vorgang wiederholt sich ca. 4 – 5 Mal. Nach dem Schroten wird zwischen den Mühlsteinen der Grieß ausgemahlen, d.h. zerkleinert. Nach dem Zerkleinern wird das gewonnene Mehl im Sichter ausgesiebt und in einem Sack aufgefangen. Dieser Vorgang wiederholt sich ca. 10 – 12 Mal. Die ausgesiebten Mehle werden zum Schluss in einer Mischmaschine gemischt und in Säcke abgefüllt. Neben dem Mehl als Endprodukt bleibt die Kleie (Schalen des Getreidekorns) übrig.

 

Die Mühle arbeitet seit 2011 als biozertifizierter Betrieb und wird regelmäßig vom zuständigen Lebensmittelüberwachungsamt kontrolliert. Verarbeitet werden die Brotgetreidearten Bio-Roggen, Bio-Weizen und Bio-Dinkel, die lebensmittelfähig gereinigt von anderen Mühlenbetrieben eingekauft werden. Bio-Roggen- und Bio-Dinkelprodukte erhält zum größten Teil die Bäckerei Frank Fahland.

Das aktuelle Bio-Zertifikat können Sie hier einsehen.

Kontrollstelle: ABCERT AG, Esslingen

Nummer der Kontrollstelle: DE-ÖKO-006

Kontrollnummer: DE-BB-006-19334-B

 

Mehle und Grieße gibt es aber auch in unterschiedlichen Abpackungen im Mühlenladen der Historischen Mühle.

Produktliste

Standort und Erreichbarkeit

Maulbeerallee 5

14469 Potsdam

 

Die Holländerwindmühle befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Schloss Sanssouci, den Neuen Kammern und dem Besucherzentrum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten.

 

Tel.: 0331/5506851

Fax: 0331/5506853

E-Mail: info©historische-muehle-potsdam.de

www.historische-muehle-potsdam.de

Bus 695, X15 ab Potsdam Hbf. bis Hst. Schloss Sanssouci/Besucherzentrum. Die Haltestelle befindet sich direkt unterhalb der Historischen Mühle.

Öffnungszeiten

April - Oktober

täglich 10.00 - 18.00 Uhr

letzter Einlass 17.45 Uhr

 

November, Januar - März Sa./So. 10.00 - 16.00 Uhr

 

Dezember geschlossen

 

Führungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten nach Vereinbarung.

Eintrittspreise

Ohne Führung

Erwachsene 3,00 Euro

Schüler, Studenten (bis zum vollendeten 30. Lebensjahr), Azubis, Bufdis, Arbeitslose, Behinderte ab GdB 50% 2,00 Euro

Kinder 6 - 14 Jahre, ALG II - EmpängerInnen 1,50 Euro

Kinder bis 6 Jahre, Behinderte GdB 100% freier Eintritt

 

Mit Führung

Schulklassen, Hort

Kinder 2,00 Euro, 2 Begleitpersonen frei, je weitere 3,00 Euro

Kindergarten, Vorschule

Kinder 1,50 Euro, 2 Begleitpersonen frei, je weitere 3,00 Euro

allgemeine Mühlenführungen

Führungspauschale von 25,00 Euro (während der regulären Öffnungszeiten) und 35,00 Euro (außerhalb der regulären Öffnungszeiten) zzgl. des regulären Eintrittpreises.